Gerade in Zeiten angespannter öffentlicher Haushalte scheint es unerlässlich, sich Gedanken über das kulturelle Profil einer Kommune zu machen. Es geht um eine Handlungsempfehlung für die kulturelle Entwicklung, einige Fragen:

  1. Für was steht eine Stadt, was ist deren kulturelle Wahrnehmung?
  2. Wo wird aktueller Handlungsbedarf gesehen, welche weißen Flecken könnten strategisch entwickelt werden?
  3. Zukunftsperspektiven: Welche Themen und Handlungsfelder könnten hinkünftig vertieft betrachtet werden?
  4. Benchmarking: Wie treten andere Kommunen auf, was sind deren Schwerpunkte, was ist die Kernaufgabe von kommunaler Kulturarbeit, auch im Kontext von Abgrenzung der unterschiedlichsten programmatischen Angebote?
  5. Mit welchen Themen und Fragestellungen können Alleinstellungsmerkmale definiert werden?

Die große Herausforderung ist eine kritische Darstellung der Ausgangslage, die damit einhergehende Definition eines Strategiezieles sowie die Identifikation von Leitplanken. SWOT-Analysen sind zu empfehlen, vorausgesetzt es gibt eine Innen- und Außensicht. Auf keinen Fall sollten schon zu Beginn Lösungen gesucht werden. Im Gegenteil, es sollte in einem zu definierenden Steuerungs- oder Leitgremium objektiv diskutiert werden. Nur so können Visionen und Ziele formuliert werden. Unterschiedliche Sichtweisen vertiefen zudem die wechselseitige Wahrnehmung.

Mittels eines strukturieren Strategieprozesses kann eine völlig neue Dynamik entstehen, welche die Kommune per se weiterbringt. Im Austausch aller Beteiligten wird ein sachlicher Diskurs, ausgehend vom Status Quo, geführt. Neue Einblicke und Erkenntnisse werden abgeleitet, eingefahrene Strukturen können auf Basis einer strategischen Ausrichtung neu bewertet werden. Verantwortungsvolle Führung und zeitgemäße Kulturpolitik beschreitet in regelmäßigen Abständen neue Wege, trifft Entscheidungen auf gestaltet somit das Zusammenleben der Menschen.

Denn es bleibt: Kultur ist eine Querschnittsmaterie. Sport, Vereinsleben, Stadtentwicklung, die Gestaltung des öffentlichen Raumes oder beispielsweise der Naturraum gehören zu unserem Lebensraum. Und genau um diese Lebensräume geht es in einer zeitgemäßen Kulturstrategie für eine Kommune.

Bludenz wird in den nächsten Monaten an zwei Strategien arbeiten.

  1. Wir werden die Hausaufgaben machen und eine Kulturstrategie für die Stadt erarbeiten, die im Frühjahr 2018 in der Stadtvertretung diskutiert werden wird. Die Grundlagen soll der Kulturausschuss sowie Kulturschaffende, Muliplikator/innen und Stakeholder erarbeiten.
  2. Mit den Gemeinden Bürs und Nüziders soll zudem eine überregionale Struktur/Strategie für die Kulturarbeit erstellt werden. Dies könnte ein zukunftsweisendes Modell für kulturelle Gemeindezusammenarbeit werden. Ein konkretes Ziel ist beispielsweise die gemeinsame Vermarktung des kulturellen Angebotes oder die gemeinsame Aufarbeitung der regionalen Geschichte.