Wie können wir gute Gastgeber sein? Ideen, Perspektiven und einige Erkenntnisse – Sharing Knowledge

Kongresse und Tagungen ergeben immer wieder die Möglichkeit, Wissen zu teilen und vor allem aktiv Benchmarking zu betreiben. Wo stehen wir, was sind neue Tendenzen, wo liegen wir richtig, was gilt es zu vergessen, wohin kann die „Reise“ gehen? Und eines ist klar: Amsterdam und Aarhus machen es vor, komplett neue Wege können auch zum Erfolg führen. Und wie sagte der CEO von Aarhus so schön, „er wurde anfangs gehasst“, ach, wie das wohl zur Branche dazu gehört 😉 …

What to do and what not to do? Eine Frage, die wir für uns zuerst beantworten müssen, bevor wir dem Gast gegenüber treten: In qualifizierten Gesprächen mit Leistungsträgern sollen Stärken und Schwächen erörtert werden, um damit selbst, wenn es auch hart sein kann, Schlüsse für die künftige Positionierung zu ziehen. Und im Übrigen weiß jeder selbst, was er empfehlen würde … Umsetzung muss schleunigst erfolgen.

TIC (Tourist Information Counter): Aarhus, die zweitgrößte Stadt Dänemarks macht es vor, das TIC (Tourist Information Counter) wurde geschlossen. Im Gegensatz dazu agiert die Stadt nun mit einer Vielzahl von mobilen Offices. Gute Idee, nachahmenswert für Bregenz, zumindest in Ergänzung zur Touristeninformation, die ich immer noch als zentraler Anlaufstelle für Gäste sehe: Mobiles Office am Hafen, am Platz der Wiener Symphoniker, am Leutbühel, in der Kaiserstraße und am Kornmarktplatz, vor allem im Sommer.

Das Mobile Office am Beispiel von Aarhus in Dänemark.
Das Mobile Office am Beispiel von Aarhus in Dänemark.

Im Übrigen dürfen in diesem Kontext die Öffnungszeiten unseres Schalters hinterfragt werden. Die 5 Wochen mit einer täglichen Öffnung von 9 bis 19 Uhr sind richtig und wichtig, aber es gibt auch andere Zeiten. Das gilt es ohne Scheuklappen zu diskutieren.

Bleiben wir beim Schalter:

  • Wie kann dieser mehr zur Erlebniszentrale werden? Wie können beispielsweise regionale Produkte angeboten werden, wie können innovative Produkte aus dem Handel vorgestellt werden, oder wäre gar eine kleine Espresso-Bar ein Informationstreffpunkt?
  • Wie kann noch mehr auf die Qualitäten unserer Destination, des Landes hingewiesen werden, wie können dbzgl. unsere Partner noch stärker in die Pflicht genommen werden?
  • Wir werden auch dringlichst die Frequenzen am Schalter genau erfassen müssen, auch um zu definieren, wie sich Tagesgäste und folglich der Tagestourismus entwickelt. Damit können auch die bereits angesprochenen Öffnungszeiten mit Fakten unterlegt werden.

Digitale Medien:

  • Der Gästservice beginnt im Netz, vor dem Reiseantritt. Wir sind mit unserer digitalen Welt auf dem richtigen Weg, Präsentation, so alles gut läuft, Mitte Mai.
  • Wir werden uns mehr denn je an der Tourismusstrategie 2020 des Landes orientieren und Gastfreundschaft leben. Wir beginnen mit einer Interviewreihe von Leistungsträgern im Bregenzerleben 2015 und werden das heuer noch intensivieren, mittels Print- und Online-Geschichten aus Bregenz (Bewegtbild). Wir wollen potentielle Gäste im Vorfeld mit den unglaublichen Qualitäten von Bregenz konfrontieren, und Gastfreundschaft ist eine unserer Stärken.

Bodensee:

  • Wie kann der Bodensee noch stärker als touristischer Trumpf – in Abstimmung mit Hard und Lochau – vermarktet werden?
  • Wie können wir der Destination, dem Raum am See Charaktere verleihen, wie können wir Marketing-Themen entwickeln, die Gründe für den Gast kommunizieren, dort „hin zu wollen“? Die Frage ist nicht das Wie?, sondern warum wir das bis dato nicht konsequent gemacht haben. Ein Anfang ist im Bregenzerleben 2015 mit einer ausführlichen Story von Walter Fink über den Bodensee gemacht, eine Produktentwicklung mit den Vorarlberg Lines und unserer Destination muss rasch erfolgen.
  • Wie schaut die künftige Produktentwicklung, auch außerhalb der Festspielzeit und des Sommers aus?
  • Wie kann die Region am Bodensee, zumindest am Österreichischen Ufer, noch mehr zu einer Metropolregion im Herzen Europas werden. Wir sind zwar klein, doch wenn man unsere Infrastruktur und Angebote anschaut, dann darf diese Selbstbewusstsein auch aktiv verwendet werden.

Service für den Gast

Give-Aways als Impuls bei der Abreise, als Impuls, den Gast wieder zu bekommen – Repeat your visit! Apropos Service für den Gast: Ein Schulungsprogramm für Gastgeber und das Frontoffice von Leistungsträgern ist unumgänglich, eine Art Training, Information über das Angebot von Bregenz und der Region. So können jene Menschen zu Markenbotschafter werden, die an der Front stehen. Generell kann festgehalten werden, dass die Einheimischen die besten Markenbotschafter sind. Wir brauchen Feedback, Korrekturen, Unterstützung und ggf. klare Ansagen, wenn unsere touristischen Produkte nicht funktionieren.

Finale Notizen:

  • Die Rolle von AIRBNB darf nicht unterschätzt werden. Alleine in und rund um Bregenz gibt es bereits eine stattliche Anzahl von Anbietern (https://www.airbnb.at/s/Bregenz–Austria), frei nach dem Motto „Leben wie Menschen, die von hier sind“.
  • Welchen Typen von Touristen wollen wir erreichen? Welche Touristen wollen wir nicht haben? Dieser Frage müssen wir uns als Destination aktiv stellen, wir müssen sie definieren und dementsprechende Pakete schnüren und Produkte entwickeln.
  • Umgang mit Tripadvisor – da muss ich uns gerade wieder einmal selbst am Schopf packen, da müssen wir etwas tun (http://www.tripadvisor.at/Tourism-g190449-Bregenz_Vorarlberg_Austrian_Alps-Vacations.html), Tripadvisor wird von Touristen genutzt, sprich müssen wir ein dementsprechendes Angebot schaffen .
  • Eine Möglichkeit Cities interessant zu machen, sind innovative Events. „Creating Cities through Events“, da sind wir am richtigen Weg, auch durch unser neues Produkt Anfang September mit Literatur am Kornmarktplatz, den „Vorarlberger Literatursommer“, das passt zur Strategie einer „Kultur- und Festspielstadt“.
  • Nachhaltigkeit im Tourismus wird stark disutiert, vor allem für den Kongress/Convention-Sektor. Auch das gilt es zu stärken, einen ersten Schritt muss eine Zertifizierung von Bregenz Tourismus & Stadtmarketing als Green Office sein, sprich, dass wir hinkünftig selbst Green Meetings veranstalten, so schwierig das im Kontext der großen Massenevents ist, wir bleiben hier dran. Think before print, Glas statt Tetrapak im Büro ist bereits umgesetzt, weniger Drucksorten, sprich weniger Papier.